Österreich als Spritdiskonter

In Österreich ist der Spritpreis für Eurosuper unter dem EU-Schnitt. Laut Informationen der EU-Kommision sind die Preise nur in osteuropäischen Staaten billiger. Im Vergleich zu 2012 ist er in Österreich um 45 Cent billiger. Wie bei so vielem profitieren hier die reichsten Haushalte, da sie mehr Kraftstoff pro Person benötigen als arme Haushalte. Genau das gleiche gilt in unserer Branche natürlich für die Großspeditionen mit ihren Riesenflotten.

Auch wenn sie von der Coronakrise überstrahlt wird ist es laut VCÖ, wobei ich deren Meinung teile, anzuraten aufgrund der Klimakrise die ökosoziale Steuerreform vorzuziehen. Damit die Steuern für den durchschnittlichen Transporteur nicht zu hoch werden, könnte man dabei nicht nur die Steuern auf Sprit erhöhen, sondern vielleicht auch die Steuern auf spritsparende Transporter senken, bzw. Boni zahlen.

Bereits in 20 Ländern kostet Eurosuper mehr als in Österreich. Auch Diesel ist in Östereich billiger als der Eu-Schnitt. In der Schweiz ist der Diesel sogar teurer als Eurosuper. Die Schweiz begründet es damit das beim Diesel pro Liter mehr CO2 ausgestoßen wird als beim Eurosuper.

Dies kommt uns bei der Umweltbilanz sehr teuer zu stehen. Viele Spediteure schicken nämlich ihre Fahrer durch Österreich um die Lkws mit billigem Sprit zu versorgen. Dies macht für sie nicht nur im Transit einen Sinn, sondern beispielsweise auch für Innerdeutsche oder inneritalienische Spediteure, sofern sie mit ihren Lkws in der Nähe von Österreich unterwegs sind.

Leidtragende sind hier neben der Umwelt die Anrainer im grenznahen Gebieten in Österreich.

Nachdem immer mehr Automarken Autos mit Elektroantrieb oder anderen alternativen Antriebssystemen auf den Markt bringen, gibt es jetzt auch schon Konzernchefs die sich eine höhere CO2-Bepreisung und ein Ende der Steuervorteile von Dieselfahrzeugen vorstellen können.

Quelle: VCÖ
Bildquelle: Pixabay
Verfasser: Gerald Pongratz
Veröffentlicht: Transport-Graz
Graz 2020

Schreibe einen Kommentar